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Dubrowa, d(en) 10/8/1916
Mein liebes Rosalchen!
Heute bis jetzt noch keine Post erhalten, da dieselbe erst heute Abend abgeholt wird und da muss allemal der Brief mitgenommen werden sonst geht er erst am andern Tage ab. Gestern hatten wir also 80 Stück Vieh abgeholt und sind auch schon wieder fast alles wieder los. Es sind schon wieder 70 Stückan die Front abgeholt worden, da mussen wir nun morgen oder ganschen heute Nachmittag, wieder Vieh abholen, dass ist immer wieder die schlimmste Arbeit und wird man allemal fip(?) und fertig dabei, wir müssen dabei allemal hinterher sein wie der Teufel, da das Vieh über Brücke getrieben wird und bei den Sümpfen müssen wir allemal kosal(kolossal?) aufpassen, da müssen wir manchmal nein(?) bis über die Stiefel, haben wir das Vieh erst hausen(?) dann geht es wieder, wir behalten es dann aber allemal nicht lange. Also so besonders ist das Kom(m)ando nicht, gestern zweimal nass gewerden bis aus die Haut, ist aber auch alles an wir wieder trocken geworden, nur das Füsswerk (the boots) leidet sehr, dass wird überhaupt nicht trocken und hält keine Nasse mehr ab.
Wie ist es nun mit dem Gesuch, hat Vater schon eins gemacht oder machen lassen, dass darf nicht auf die lange Bank geschoben werden (to delay/postpone), da es immer der Reihe noch geht wie die Gesuche eingehen und dass werde jetzt nicht wenige sein, es sind Landwirte dabei die schon das dritte mal fahren, die haben eben in diesem Kriege an allem den Vorzuge.
Wie geht es nun zuhause , was den Vater, hat er immer noch den Husten, hat er auch immer noch soviel Arbeit, und wie geht es denn eigentlich unser lieben Mutter, von der hört man garnichts, hoffentlich ein Zeigen (=Zeichen), dass es Ihr gut geht und Sie gesund ist, Else geht es doch wohl auch soweit gut? Die Hauptsache ist ja dass Ihr immer alle gesund seid und dass will ich hoffen.
Gestern abend donnerten einmal die Geschüsse wieder unaufhörlich, dass reinste Trommelfeuer, da wird es einmal wieder böse zugegangen sein, die Russen müssen doch kolos(s)al viel Menschen zur Verfügung haben , denn die schrecklichen Verluste die sie haben und doch greifen sie immer wieder ohne die geringste Schönung der Menschen an, wie die Kameraden von der Front erzählen. Ja da muss man auch Gott danken, dass man nicht mit vorein in der Front ist, ja aber wer weiss wie es wird wenn der Krieg noch lange dauert, ob nur Niemand zur Einsicht kommt, satthaben Sie es doch allen. Ach wenn doch der liebe Gottuns zu einem baldigen Frieden verhelfen wollte, damit dass schreckliche Morden ein Ende hätte.
Inder Hoffnung, dass es dir liebes Rosalchen, unseren kl(einen) Walter den Eltern, Else u(nd) Walter recht gut geht grüsst und küsst dich 1000 mal dein Karl.
Upside down: Von walter habe vorgestern einen Brief bekommen.
Viele Grüsse an deine Eltern.


Dubrowa, the 10th of august 1916
My dear Rosalchen!
Today I've gotten no mail yet, as it is not picked up until this evening and then this letter must be taken, if not it will not go out before the next day. Yesterday we also picked up 80 cattle and once again on it goes. Another 70 have been picked up on the front, so tomorrow or the entire evening today we must gather cattle again, that is really the worst work and one gets totally knackered by it, we must then be right on their tails like the devil all the time, as the cattle is driven over the bridge and by the swamps we must be totally alert, often then we have to go in the swamp till its over the boots. Once we have the cattle in on it goes again, we don't keep them long anyway. This post is not so very special, yesterday I got wet to the skin twice, it is still on and dry again today, only the boots suffer badly, they will not dry at all and do not keep any moisture out any more. How is it with the application, has father made one or had one made yet, that should not be postponed as it always will go in the pile as the applications come in and there will not be few now, there are farmers there who are going home for the third time, they are given priotity even in this war. How is it now at home, how about father, does he still cough, does he still have so much work, and how is really our dear mother, from her I hear nothing at all, hopefully a sign that she is well, I suppose Else is fine and fine so far? The main matter is that you are all well and I will hope you are. Yesterday evening the artillery thundered without stop again, the heaviest drum fire, that means it will once again have been bad events going on, the russians must have extremely many people to use, because as dreadful losses as they have they still attack again without the least mercy for the people, as the comrades from the front tell. Yes then on e must thank God that one is not there up at the front, yes but who knows how it will be if the war goes on still longer, whether someone comes to understand, as they all are fed up with it. Oh if only the dear God would help us to peace soon, so the terrible killing could be ended. In the hope that you, dear Rosalchen, our little Walter, the parents, Else and Walter are fine your Karl greets you and kisses you a thousand times.

I got a letter from Walter the day before yesterday.
Many greetings to your parents.
 
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