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Kowel, den 22/7/1916
Mein liebes Rosalchen!
Gestern habe ich also Walter, wie ich schon schrieb nochmals aufgesucht da wir wieder zur Beerdigung in der Stadt waren, also auf halben Wege, sonst wäre ich auch nicht hierein gekommen bei dieser schlechten Wetter, den ganzen Tag regnet es die Wege sind grundlos, das Wasser steht überall, dass sind erst russische Zuständen.
Walter war gerade zum Löhnungsappel und habe ich Ihn dort abgeholt und sind wir dann nach seiner Wohnung gegangen, habe auch Abendbrod(sic) dort gegessen, aber was, dass glaubt Ihr doch nicht, Karpfen, der Unteroffizier hatte ihn jedenfalls besorgt. Walter hat ihn zurecht gemacht und gekocht, da sieht man, dass er aber aufgepasst hat, wenn Else welchen gekocht hat, da haben wir aber gegessen und war auch sehr fein. Walter kann stolz sein auf sein Kochkunst, ½ Uhr (später) bin ich dann wieder zurückgegangen, aber diese Wege zum versinken.
Heute habe ich nun die Päktchen geoffnet und ist es N° 164, 165,166 u(nd) 167 habe mich sehr darüber gefreut und sage ich Euch Allen vielen Dank dafür.
Nun wollen wir, Walter und ich, ein grosses Paket zusammen zurückschicken, wenn es nicht zu schwer wird will ich die Unterjacke mitschicken, wollen sehen ob es geht. Walter will wenn das Wetter halbwegs ist heute abend oder morgen herauskommen.
Das es mit deiner Mutter besser geht freut mich und will hoffen dass die Besserung anhält und Sie bald ganz gesund ist.
Heute Abend deinen lieben Brief N° 170 erhalten, habe mich sehr darüber gefreut und sage dir vielen Dank dafür, also habt Ihr auch so schlechtes Wetter dort wie hier und das Heu auf beiden Wiesen liegen, da wollen wir nur hoffen dass das Wetter sich bald ändert damit Ihr das Heu herein bekommt. Heute ist nun wieder ganz schlechtes Wetter, da ist Walter nun wieder nicht gekommen, hatte schon 2 L(i)t(er) Milch gekauft und einen guten Kakao gekocht nun muss ich ihn selbst trinken, hoffentlich kommt Er morgen, da wollen wir dass regeln mit dem Pakete, freilich Kakao mit Milch kann ich nicht mehr kochen, da heute unsern Flüchtlinge fort nach Deutschland gebracht worden sind, da muss Er eben mit Wasserkakao vor lieb nehmen.
Na Stötzer wird wohl schön aufgeschnitten haben, dass Stötzer auf Urlaub fuhr habe ich von anderen Kameraden erfahren die Ihn gesehen hatten an der Bahn.
Nun 12 M(ark) für 10 Kücken mit einer ("mit einer": think he means "zusammen") ist ja ein ganz schöner Preis.
Wie geht es sonst zuhause seid Ihr Alle wohlauf was macht unser kl(einen) Walter bessert er sich, mir und Walter geht es soweit gut, wollen hoffen dass wir uns noch manchmal treffen, aber noch lieber dass es bald Frieden wird und wir bald wieder zusammen zuhause sind.
Inder Hoffnung dass es dir liebes Rosalchen unser kl(einen) Walter den Eltern u(nd) Else recht gut geht grüsst und küsst dich 1000 mal dein treuer Karl.


Kowel, the 22nd of july 1916
MY dear Rosalchen!
Yesterday I went to Walter again, as I've aleady written, as we once again went to a funeral in town, in other words I'come half way already, otherwise I'd not have made it home in this terrible weather, it rains all day, the roads are bottomless, there's water everywhere, these are real russian conditions. Walter was queing for pay and I picked him up there and we then went to his quarters, I also ate the evening meal there, though what we ate, you'll not believe it, Carp, the NCO had gotten hold of them. Walter had prepared and cooked them, there you see he has watched closely while Else has cooked such, we ate and it was very good. Walter can be very proud of his cooking, 1/2 an hour later I went home again, but these road are to drown in. Today I opened the parcels and there are numbers 164, 165, 166 and 167, I enjoyed them a lot and say many thanks to you all for them. Now we, Walter and I, will send home a large parcel together, If only it doesn't get too heavy I'll send the thin jacket (unterjacke?) , I'll see if it works. Walter will come this evening or tomorrow if the weather gets half decent. It pleases me that your mother is better and I'll hope that she'll keep getting better and that she's well by now. Today I got your dear letter number 170, I enjoyed it a lot and say many thanks to you for it, have you too got as bad weather as there is here and if the hay is still lying on both the fields, then we'll have to hope that weather will change soon so you can get the hay in. Today there is quite bad weather again, so Walter has once more not come, I just bought two litres of milk and have boiled a good cocoa, now I'll have to drink it myself, I hope he'll come tomorrow, then we'll wrap up the parcel, I cannot make cocoa with milk anymore as our refugees were brought to Germany today, so he'll have to make do with cocoa made with water. Well Stötzer will soon have sliced
(? aufgeschnitten) , that Stötzer went on leave I heard from other comrades who saw him on the train. Now 12 mark for 10 chickens is quite a price. How are you at home otherwise, are all well, what does our little Walter do, does he get better, me and Walter are fine so far, I'll hope we'll meet now and then, though it would be better if there was peace finally and we'd be together at home soon. In the hope that you dear Rosalchen, our little Walter, the parents and Else are well your true Karl greets and kisses you a thousand times.
 
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