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Discussion Starter #1
Kowel, den 19/6/1916
Mein liebes Rosalchen!
Gestern Abend deinen lieben Brief N° 113 und 2 Päktchen N° 106 mit Kuchen und eins mit Kafe und Zucker N°? habe vergessen, erhalten habe mich sehr darüber gefreut und sage Euch Allen vielen Dank.
Wohin wir gekommen sind wirst du ja inzwischen erfahren haben und sollen wir auch vorlaufig hier bleiben, ob es dabei bleibt weiss ich nicht bestimmt, überhaupt Niemand,hoffentlich dringen die Russen nicht wieder vor, bei uns sollen sie auch weiter zurückgeworfen sein, doch dass erfahrt Ihr ja besser aus den Zeitungen als wie wir, denn wir erfahren hier sehr wenig, in Warschau bekam man noch Zeitungen zu lesen auch Die Leipziger, hier gibt es blos die Kriegszeitung der Österreicher und da steht nicht viel darin.
Jeden Tag werden hier Flüchtlinge verladen mit Pferden Kühe und ihren ganzen Habe und Gut, sie sollen nach Deutschland kommen, es sind alles Deutsche deren Grosseltern nach Russland ausgewandert waren, da ist viel Elend und können wir Gott danken dass der Feind nicht in unser Vaterland eingedrungen (ist).
Urlaub giebt es also von hier aus nicht, wären wir in Warschau geblieben so hätte ich Hoffnung gehabt in August oder September Urlaub zu erhalten, aber nun nicht, dass lässt sich aber nicht ändern und mussen wir uns eben fügen.
In der Hoffnung dass es Dir, unseren kl(einen) Walter, den Eltern und Else u(nd) Walter recht gut geht grüsst Euch Alle herzlich Euer Karl.
Viele Grüssen an deine Eltern, und vielen Dank für den Brief von deinen Vater.


The upside down writing: Also, please send me more cigarettes.

Kowel, the 19th of june 1916
My dear Rosalchen!
Yesterday evening I got your dear letter number 113 and two parcels number 106 with cakes and number?, I've forgotten, with cofee and sugar. I enjoyed them very much and thank you all. Where we are now you'll have learned by now and we will remain here at least for now, whether we'll stay here I don't really know, noone knows. Hopefully the Russians will not break through further, in our area they are said to have been thrown back, though I'm sure you'll know this better from the newspapers than we get to know, as we get to know very little here, in Warsaw you could get newspapers to read, even the Leipziger, here there is only the Austrian war paper and there is not much in that one. Every day refugees are loaded
(into trains) with horses, cows and all their worldly posessions, they are going to Germany, they are all Germans whose grandparents emigrated to russia, there is much misery and we can thank God that the enemy has not come into our fatherland. There is no leave to be had here, if we had stayed in Warsaw I'd have hoped to get leave in August or September, but now that will not be possible, that cannot be changed and one must accept that. In the hope that you, our Little Walter, the parents and Else and Walter are fine your Karl sends heartfelt greetings. Many greetings to your parents and thanks a lot for the letter from your father.
 
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